Wie bringt man ein Betriebssystem auf eine microSD Karte?

Jeder User, der einen Raspberry Pi oder einen anderen Einplatinencomputer wie Banana Pi benutzt, muss sich Gedanken über das richtige Betriebssystem machen. Die Auswahl wird immer größer.  In Fachzeitschriften, Foren bzw. im Internet-Dschungel wird man fündig. Im Zeitalter des DSL oder LTE sind Dateien im GB Bereich schnell heruntergeladen. Doch wie bringt man das Werk zum laufen?

Aktuell macht man von microSD Karten Gebrauch. Die meisten Einplatinencomputer haben so einen Anschluss. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Flashspeicher läuft stabil, ist klein und hält vielen Belastungen stand. Was man dazu braucht ist nicht anderes, als einen Client mit einem herkömmlichen SD Kartenleser, einen Adapter, der microSD Karten in SD Karten konvertiert. Alternativ einen USB Adapter, der microSD Karten in einen Datenträger umwandelt. Wichtig ist, dass die Datei sich im img oder iso-Format befindet. Linux User haben wieder die Nase vorne. Sie profitieren vom dd Paket, was das Übertragen von Dateien innerhalb kurzer Zeit bewerkstelligt. Dabei entsteht problemlos ein sogenannter bootfähiger Datenträger.

 

1.1. Schritt:

Erfahrene User können mit Schritt 1.2. fortsetzen

Man öffnet ein Terminaltfenster und lässt alle aktuell gemounteten Dateisysteme anzeigen. Der Befehl dafür lautet:

df -h

1.2. Schritt

Man steckt die microSD Karte ins Kartenlesegerät ein und führt den Befehl erneut aus.

df -h

Wenn man die Einträge vergleicht ist eine neue Zeile hinzugekommen. Das kann /dev/sdb

/dev/sdb1 oder /dev/sdc sein. Je nach dem ob die Karte neu, formatiert oder partitioniert ist.

Je nach dem wie viele Datenträger im System eingehängt sind variiert der letzte Buchstabe. In weiterer Folge kürze ich den letzten Buchstaben durchs X ab. Die Partition, die mit der Zahl angegeben ist für Schritt 2 wichtig.

 

2. Schritt

Nachdem wir bezüglich  unseren Zieldatenträger sicher sind, müssen wir ihn aushängen. Dazu benutzen wir den Befehl:

umount dev/sdX

 

3. Schritt

Alle möglichen Daten werden überschrieben, also Vorsicht ist geboten!

Sofern wir uns im Zielverzeichnis der heruntergeladenen Datei befinden können wir die Image-Datei des Formats img auf die microSD Karte schreiben. Der Befehl dafür lautet:

dd if=Dateiname.img of=/dev/sdX bs=1 && sync

Hinweis: Das Komando dd erfordert Root Rechte. Entweder arbeitet man als Root oder benuzt vor dem Befehl sudo.

Zu beachten ist, dass keine Partitionen angegeben werden sollen wie z.B. /dev/sdX1 sondern nur der entsprechende Buchstabe. 

In einigen Anleitungen findet man die Optionen bs=4M. Der Wert gibt an, wie viel Bytes auf einmal eingelesen und geschrieben werden. Ist der Datenträger schnell genug, kann man den Wert erhöhen, was etwas Zeit beim Kopieren erspart. Bitte keine Experimente wagen, außer man kennt seine Hardware gut. Sich auf theoretische Maximalwerte zu verlassen kann zu unvorhergesehenen Fehlermeldungen bzw. Abbrüchen führen. Die Option sync achtet aufs flush filesystem buffers. Das ist interessant, wenn jemand ein Image bearbeitet hat. Man kann die Optionen auch komplett weglassen.

 

fertig!

viel Spass...

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